Boilie

von PetriAngler · 1 Kommentar

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Der Boilie ist ein Naturköder, der speziell beim Karpfenangeln eingesetzt wird. Die kugelförmigen Boilies sind hart und werden von kleinen Fischarten, wie Rotaugen oder kleinen Brassen, selten gefressen. Boilie stammt aus dem Englischen und leitet sich von “to boil” (kochen) ab. Zum Boilie Angeln werden in Angelläden bereits fertige Boilies verkauft. Profis (oder auch Sparfüchse) können den Boilie selber machen.

Boilies

Typische Boilies (gekauft)

Inhalt:

1. Allgemeines zum Boilie (Geschichte, Vor-/ Nachteile, Merkmale)

Boilie Geschichte: Erstmals setzte 1975 der Angler Lenny Middleton einen Boilie ein. Sein Problem war das von vielen Anglern. Auf Made, Mais und Teig beißen auch viele Brachsen und Schleie. Das wollen aber auf Karpfen spezialisierte Angler eher selten. Er war auch derjenige, der erstmalig versuchte mit verschiedenen Zutaten, wie Grießmehl und Eier, einen Boilie zu formen und diesen abzukochen. Das Resultat waren harte Kugeln, die zunächst auf einen großen Angelhaken geschoben wurden. Fernab der Theorie, dass der Haken unbedingt vom Köder komplett abgedeckt sein muss, versuchte er damit zu angeln – das auch noch erfolgreich.

Vorteile von Boilies:

  • Fast ausschließlich Karpfen fressen Boilies
  • Löst sich langsam im Wasser auf
  • Diverse Größen, Farben und Geschmacksrichtungen vorhanden
  • Pop Ups optimal bei schlammigem Untergrund
  • Können weit und präzise geworfen werden

Nachteile von Boilies:

  • Teuer
  • Anfüttern unabdingbar
  • Eigenherstellung teilweise aufwändig

Boilie Größen: Heute gibt es Haken in verschiedenen Größen, Geschmacksrichtungen, Farben und mit diversen Gerüchen. Von den Größen her sind 10 bis 30 mm vorhanden. Da die 30mm-Boilies nur von sehr alten und erfahrenen Karpfen (damit auch selten) gefressen werden, sollte etwa auf Boilies mit einem 18 bis 20 mm Durchmesser zurückgegriffen werden.

Optimale Boilie Merkmale: Einige Aspekte sollte ein Boilie erfüllen damit er a.) fängig ist und b.) das Gewässer nicht unnötig belastet. Damit der Köder fängig ist, müssen die Inhaltsstoffe für den Karpfen verlockend sein. Dazu zählt der Geruch, genau wie auch die Löslichkeit im Wasser. Die Wahrnehmung muss gegeben sein. Erreicht wird dies oft mit Fischmehl. Sobald der Karpfen den Boilie gefunden hat und frisst, muss dieser auch gut schmecken. Würzige und süße Zutaten machen den Boilie attraktiv. Chilli und Curry sollen ebenfalls gut sein. Zuletzt sollten Boilies biologisch abbaubar sein. Viele füttern was das Zeug hält tagelang an. Es kann aber passieren, dass Boilies von den Fischen nicht gefunden werden. Daher sollten diese 100%ig abgebaut werden können. Daher sollten keine Konservierungsstoffe enthalten sein.

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2. Boilie-Arten (Pop Up Boilie)

Die Eigenschaften eines Boilies sind oben bereits beschrieben. Es gibt aber auch noch einen Unterschied zwischen sinkenden und auftreibenden Boilies. Letztere werden Pop Up Boilie genannt. Vorteil dieser Art von Boilies ist, dass diese auftreiben und damit für den Fisch besonders gut sichtbar sind. In stark verkrauteten Gewässern ist ein Pop Up Boilie für den Karpfen ein “Hingucker” und oft die einzige Chance auf Fischfang. Von der Montage her wird am Haar gefischt (siehe nächster Punkt). Da der Boilie auftreibt und damit auch den Haken mitziehen würde, muss der Boilie mit einem Klemmblei auf optimaler Länge vom Boden aus am Grund fixiert werden.

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3. Boilie Montage

Als Boilie Montage hat sich im Laufe der Zeit die Haarmontage durchgesetzt. Es ist unpraktisch einen harten Boilie auf den Haken zu drücken. Zum einen kann der Haken vom Karpfen wahrgenommen werden und zum anderen bricht ein Boilie beim hinaufdrücken teilweise durch. Für die Boilie-Montage wird der Boilie an ein separates, dünnes Haar (Angelschnur) angebracht. Zum Durchstechen des Boilies wird eine Ködernadel oder ein Boiliebohrer verwendet. Fixiert wird der Boilie mit einem Boiliestopper und ist damit gegen Herausrutschen beim Wurf oder Aufprall auf das Wasser gesichert.

Boilie am Haar

Boilie am Haar - Boilie Montage

Beim Aufnehmen des Boilies bemerkt der Karpfen den daran befestigten Haken nicht. Der Angelhaken wird mit aufgesaugt. Spuckt der Fisch nun den Boilie aus, hakt er sich selbst oder aber beim davon schwimmen aufgrund einer Selbsthakmontage an einem Blei von >80g.

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4. Boilie selber machen (Boilie Rezepte, Anleitung)

Die Herstellung eines Boilies bietet viele Vorteile. So können eigene Geschmacks- und Geruchskreationen hergestellt werden. Des Weiteren ist es günstiger eine eigenen Boilie zu kochen, als diesen fertig zu kaufen. Viele machen ein Geheimnis aus den Zutaten für einen Boilie. Dabei bestehen der Großteil an Boilies aus den gleichen Zutaten.

4.1 Einige einfache Boilie Rezepte

  • Fischmehl-Boilies
  • 200g Gries
  • 100 g Fischmehl
  • 100 g Soja
  • 100 g Maismehl
  • Frolic-Boilies
  • 500g Frolic fein gemahlen
  • 250g Casein
  • 100g Vitamelo
  • 100g Maisgrieß
  • 5g Lebermehl
  • Forelli-Boilies
  • 300g gemahlene Forelli
  • 300g Sojamehl
  • 300g Gries
  • 2-3 Eier
  • Karpfenpellet-Boilies
  • 400g gemahlene Karpfenpellets
  • 200g Grieß
  • 8-10 ml Flavour
  • 200g Maismehl
  • 200g Weizendunst oder Weizengluten
  • 8-10 Eier
  • Einfache Boilies
  • 300 g Grieß
  • 300 g Sojamehl
  • 300 g Maismehl
  • 100 g Puddingpulver (Schoko oder Vanille)
  • 10 Eier

4.2 Boilie selber machen – Anleitung

  1. Lockstoffe und Farbe werden bereits den Boilie-Zutaten zugegeben.
  2. Die Boilies werden mit einer Boiliemaschine (Boilie rollen) gerollt.
  3. Anschließend gibt man diese (nicht zu viele) in kochendes Wasser. Während dem Kochvorgang ca. 2 mal umrühren (sonst kleben sie fest). Wie lange Boilies gekocht werden? Hängt ganz davon ab, welches Boilie-Rezept verwendet wird. In der Regel reichen zum Kochen der Boilies 2 bis 5 Minuten aus.
  4. Sobald die Boilies oben schwimmen, können diese herausgenommen werden. Zu lang gekochte Boilies haben nicht mehr die Lockwirkung, da sie Geschmack und Geruch verlieren.
  5. Nach dem Herausnehmen die Boilies auf ein trockenes Tuch legen. Nicht zu dicht beieinander legen, da sie sonst verkleben. Nach ca. 3 Stunden das Tuch wechseln und die Boilies 2 bis 3 Tage trocknen lassen.
  6. Angeln gehen!

Hinweis: Unter “Boilies selber machen – Anleitung” findest du eine von mir erstellte und umfangreiche Anleitung zur Herstellung von Boilies.

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PetriAngler Hier schreibt Konstantin (der PetriAngler) aus Lehrte bei Hannover. Du findest mich auch auf Facebook oder Twitter. Meine Angelausrüstung und Köder kaufe ich unter anderem bei diesem bekannten Shop. Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann teile sie doch einfach auf Facebook oder Twitter. :-)

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