Boilies selber machen: Anleitung zur Herstellung (mit Rezepten)

von PetriAngler am 20. Juni 2013 · 1 Kommentar

in Angel-Tipps

Boilies selber machen - Die Anleitung

Boilies selber machen - Die Anleitung

Boilies sind der Karpfenköder schlechthin. Leider sind sie mit ca. 10 Euro pro kg nicht gerade günstig. Echte Karpfenangler setzen auf selbstgemachte Boilies. Sie sind mit individuellen Flavours ausgestattet. Doch wie erstellt man Boilies? Ich habe mir die Mühe gemacht und mit Fotos dokumentiert, wie ich meine Boilies selber mache. Am Ende findet ihr auch Rezepte zur Herstellung von Boilies und einige Tipps zur Konservierung.

Inhalt:

1. Vorwort: Das brauchst du

Für die Herstellung deines Boilies brauchst du zunächst folgendes an Zubehör:

Boilies machen - Die Zutaten

Boilies machen - Die Zutaten

  1. Boilieroller (ich verwende einen Mammut Boilieroller von Mosella)
  2. Topf zum Kochen + Schöpfkelle mit Löchern
  3. Bleche oder Gitter zum Auslegen der Boilies + Backpapier oder Tuch
  4. Zutaten (je nach Rezept)
  5. Aroma
  6. Lebensmittelfarbe

Ein Boilieroller ist eigentlich keine Pflicht. Allerdings erleichtert er das Rollen ungemein. Meist rollt man sich ein Mal für das ganze Jahr die Boilies und da wird das Rollen mit der Hand doch sehr lästig.

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2. Anleitung: Boilies selber machen – so geht’s

Zunächst braucht ihr ein Rezept. In dieser Anleitung habe ich folgendes einfaches aber nicht unbedingt günstiges Rezept verwendet:

  • 300g Weichweizengries
  • 150g Sojamehl (Bratlinge Soja)
  • 100g Maismehl (nennt sich auch Polenta)
  • 6 rohe Eier
  • 1 EL Olivenöl
  • Aromamix von Sensas (Erdbeere)
  • Lebensmittelfarbe (rot/orange)

Eier gehören in jedes Boilie-Rezept. Auf 2,3 kg Mix werdet ihr ca. 5 Eier brauchen. Übrigens gibt es Angler, die die Eier samt Schale in den Boilie-Mix tun. Beim Fressen der Boilies sollen andere Fische durch die Knack-Geräusche darauf aufmerksam werden. Ich habe es bisher noch nicht mit Schale versucht. :-)

Beim Aroma (Flavour) gilt als Faustformel: 10 ml Flavour auf 1 kg Boiliemix. Ich würde euch hierbei empfehlen vorsichtig dem Mix etwas davon dazu zu geben, ordentlich durchzukneten und anschließend daran zu riechen. Das was für dich leicht riecht, riecht für den Karpfen intensiv genug. Die Zutaten mischt ihr zusammen. Gebt ruhig auch Salz hinzu (mehr dazu unter Konservierung). 2 Teelöffel pro kg Mix.

Weichweizengries

Weichweizengries

Boilie-Mehl Mix

Boilie-Mehl Mix

Olivenöl hinzugeben

Olivenöl hinzugeben

Eier für Boilie-Teig

Eier für Boilie-Teig

Boilie-Aroma

Boilie-Aroma

Lebensmittelfarbe färbt Boilies

Lebensmittelfarbe färbt Boilies


Alles drin? Nun gilt es die Masse durchzukneten. Wegen der Lebensmittelfarbe könnt ihr (müsst aber nicht) Handschuhe anziehen. Den Teig so lange kneten bis eine homogene Masse entsteht. So sieht’s aus:

Boilieteig kneten

Boilieteig kneten

Boilieteig

Boilieteig fertig


Teig zu klebrig? Wenn der Teig zu klebrig wird, hast du zu viele Eier im Teig. In dem Fall knetest du einfach Mehl hinzu (Gries, Maismehl und Sojamehl) bis der Teig nicht mehr klebt.

Den Teig lässt ihr ein bis zwei Stunden ruhen. Nun müssen Würste erstellt werden. Dazu macht ihr den Teig etwas platt (ca. 3 cm hoch). Schneidet dann mit einem Messer ein Stück ab, um daraus die Würste zu formen. Der Durchmesser der Wurst sollte etwas kleiner sein, als die Boilies, die ihr später haben wollt. Bei 20 mm Boilies sollte die Boiliewurst ca. 18 mm dick sein. Ich habe einen 18 mm Boilieroller und mache mir Würste mit 25 mm. Viele verwenden übrigens eine handelsübliche Silikonspritze, die so präpariert wird, dass Würste herausgedrückt werden, die den optimalen Durchmesser haben.

Boilieteig schneiden

Boilieteig schneiden

Boilie-Wurst rollen

Boilie-Wurst rollen


Die Bolie-Wurst legt ihr in euren Boilieroller. Dann Deckel drauf und ordentlich rollen. Wenn bei euch keine runden Boilies heraus kommen, dann stimmt mit dem Durchmesser der Wurst etwas nicht. Wenn es „Tönnchen“ sind (wo also Teigmasse in der Höhe fehlt, dann nen halben Millimeter die Wurst größer machen). Sind es „Eier“ (also schon höher und möglichst innen hohl), dann ist die Wurst immer noch zu groß. In dem Fall 0,5mm kleiner machen.

Boilies machen

Wurst in Boilieroller

Boilies rollen

Boilies rollen


Die gerollten Boilies sehen dann so aus:

selbstgerollte Boilies

selbstgerollte Boilies


Nun werden die Boilies gekocht. Dazu zunächst einen Topf mit Wasser aufkochen lassen und die Boilies hinein tun. Damit diese während des Kochvorgangs nicht verkleben, solltet ihr alle 2 Minuten umrühren. Einige Quellen im Netz sprechen davon die Boilies so lange zu kochen bis sie oben schwimmen. Ich halte das für übertrieben, weil dann die wichtigen Aromen verloren gehen. Es reicht, wenn ihr die Boilies 5 bis 10 Minuten kocht. Anschließend die Boilies herausnehmen und auf einem Blech möglichst weit auseinander verteilen. Hier könnt ihr auch gleich aneinander klebende Boilies wieder lösen.

Boilies kochen

Boilies kochen

Boilies trocknen

Boilies trocknen


10 bis 15 Stunden sollten die Boilies getrocknet werden. Schaut zwischendurch einfach mal nach deren Härte. Wer Popup-Boilies will, kann die Boilies danach im Backofen oder in der Mikrowelle aufheizen. Allerdings werden die Boilies dann auch hart.

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3. Rezepte für Boilies

Wenn es um Bolie-Rezepte geht, dann gibt es im Netz einiges zu finden. Wer diese durchprobiert wird feststellen, dass bei einigen die Mengenangaben nicht stimmen oder aber die Karpfen nicht so richtig drauf beißen wollen. Kostenlos biete ich euch folgende Rezepte an:

  • Forelli-Boilies
  • 300g gemahlene Forelli
  • 300g Sojamehl
  • 300g Gries
  • 2-3 Eier
    Karpfenpellet-Boilies
  • 400g gemahlene Karpfenpellets
  • 200g Grieß
  • 8-10 ml Flavour
  • 200g Maismehl
  • 200g Weizendunst oder Weizengluten
  • 8-10 Eier
  • Einfache Boilies
  • 300 g Grieß
  • 300 g Sojamehl
  • 300 g Maismehl
  • 100 g Puddingpulver (Schoko oder Vanille)
  • 10 Eier

Mehr Rezepte: Dir reichen die Rezepte nicht? Kann ich nachvollziehen. Im Laufe der Jahre habe ich einige Rezepte gesammelt und bewertet. Gegen einen kleinen Unkostenbetrag von 5 Euro (inkl. 19% Mwst.) sende ich dir gerne eine Excel-Tabelle mit XXXX Rezepten zu. Du siehst in der Excel-Tabelle meine Bewertung und kannst nach dem Ausprobieren auch deine eigene Bewertung notieren. Bezahlen kannst du per Paypal oder Banküberweisung. Die Excel-Tabelle schicke ich dann zu. Mehr Infos? Schreibe mir eine E-Mail an info @ petriangeln.de.

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4. Boilies konservieren

So wie oben in der Anleitung beschrieben halten die Boilies nicht lange. Meistens fangen sie bereits nach wenigen Tagen an zu schimmeln. Es gibt aber einige Möglichkeiten Boilies zu konservieren und damit lange haltbar zu machen. Daher hier einige Tipps:

  1. Salz und/oder Zucker: Salz entfaltet nicht nur Aromen, sondern ist auch ein hervorragender Konservierungsstoff. Daher würde ich pro Kilogramm Boilie-Mix immer 2 Teelöffel Salz zum Teig dazu tun.
  2. Einfrieren: Boilies, die du nicht brauchst, kannst du im Gefrierschrank einfrieren. Dadurch sind sie ca. 12 Monate haltbar.
  3. Konservierung in Gläsern: Tue deine Boilies in Gurkengläser. Lege den Deckel drauf (nicht verschrauben). Backofen samt Gurkengläser bei 130°C vorheizen und dann 20 Minuten backen. Dann wird der Deckel sofort verschraubt (Vorsicht heiß!). So bleiben die Boilies bis zu 6 Monate haltbar.
  4. Mikrowelle: Packe die Boilies für 15 Minuten in die Mikrowelle. Dadurch wird den Boilies die Flüssigkeit entzogen. Nachteil: Es sind (harte) Popup-Boilies.

Nach dem Trocknen solltet ihr sie erstmal luftdicht in einem Plastikbeutel verschließen.

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Boilies selber machen - Die Anleitung

Boilies selber machen - Die Anleitung



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Rainer Nowak Dezember 11, 2013 um 21:30

Hallo Konstantin was sind gemahlene Forelli und wo gibt es diese zu kaufen ??? Danke dir bis bald raini

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