Eisangeln Tipps – Angeln bei zugefrorenem Gewässer

von PetriAngler am 6. Februar 2012 · 1 Kommentar

in Angel-Tipps

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Eisangeln Loch

Eisangeln Loch

Bereits vor einigen Wochen hatte ich einen Artikel zum Angeln im Winter geschrieben, der ganz gut bei den Lesern ankommt. Aufgrund der eisigen Temperaturen (wir haben bei uns hier in Lehrte bei Hannover gerade -10°C) möchte ich euch Tipps zum Eisangeln geben. Denn auch wenn der See zugefroren ist, gibt es Möglichkeiten dicke Fische zu fangen. Es ist zugegebenermaßen nicht leicht – aber auch nicht unmöglich. Wichtig ist die richtige Ausrüstung und Herangehensweise, damit es auch bei klirrender Kälte Spaß macht. Daher gebe ich hier Eisangeln-Tipps.

Inhalt:

1. Eisangeln Sicherheit – Dicke vom Eis

Die Sicherheit spielt beim Eisangeln eine große Rolle. Daher empfehle ich immer mindestens zu zweit loszuziehen. Falls das Eis einbricht und nur einer von beiden betroffen ist, habt ihr weitaus höhere Chancen heile wieder an Land zu kommen. Doch dazu muss es erst gar nicht kommen. Ab welcher Eisdicke kann geangelt werden? Die minimale Dicke vom Eis ist schwer einzuschätzen. Viele Angler sagen, dass bereits 6 cm ausreichen. Von der Feuerwehr werden (soweit ich mitbekommen habe) mindestens eine Eisdicke von 12 bis 15 cm empfohlen.

Eisbohren zum Angeln

Eisbohren zum Angeln

Tatsächlich hängt die minimale Eisdicke von Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit und davon ab, ob viel Schnee auf dem Eis liegt. Gefährlich wird es auch, wenn in einer Frostperiode zwischendurch Temperaturen um den Gefrierpunkt sind. Dann kann die Eisschicht bereits an Festigkeit einbüßen. Auf der anderen Seite hängt es natürlich auch vom eigenen Gewicht ab, wie dick das Eis mindestens sein muss. Ein 60 kg Mann kann nun mal auf dünnerem Eis sicher stehen als ein 130 Kilo Mensch. Als weitere Gefahrenquelle gelten Stauseen. Hier kann der Wasserpegel absinken. Das führt zu brüchigem Eis, welches Lasten nicht mehr trägt.

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2. Ist Eisangeln in Deutschland erlaubt?

Eisangeln ist nicht nur in Kanada, Norwegen oder anderen “kalten” Ländern möglich. Auch in Deutschland ist es möglich im Winter bei zugefrorenem See Hechte, Zander oder Forellen zu fangen. Vorab muss der Angler sich natürlich informieren, ob dies erlaubt ist. Nicht jeder Angelverein genehmigt das Eisangeln und alle haben unterschiedliche Vorschriften, die es einzuhalten gibt. So dürfen wir im FVH (Fischereiverein Hannover) nur zum Eisangeln, wenn der große Maschsee zum Schlittschuhlaufen freigegeben wird.

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3. Eisangeln Ausrüstung

Zur richtigen Ausrüstung beim Eisangeln gehören:

  • Warme und windgeschützte Kleidung: Gerade auf dem Eis in freier Fläche ist etwas mehr Wind. Temperaturen werden gleich mehrere Grad kälter empfunden. Hier ist das Zwiebel-Prinzip sehr gut (mehrere dünne Kleidungsstücke).
  • Schuhe: Warme Schuhe mit dicker Sohle sind Pflicht. Wenn die Füße abkühlen, friert der ganze Körper. Gerade auf dem Eis passiert das aber schnell.
  • Eishaken: In Punkto Sicherheit kann ein Eishaken Leben retten. Beim Einbruch kann sich eine Person mit Hilfe des Gegenstands unter Umständen selbst aus dem kalten Wasser ziehen.
  • Langes Seil: Ein 20 Meter Seil ist wichtig, falls eine Person im Eis einbricht. Mit Hilfe des Seils wird die Person aus dem kalten Wasser gezogen.
  • Stuhl: Auf einem stabilen Stuhl kann sich der Angler ausruhen.
  • Warmes Getränk: Auch wenn die Verlockung für viele Angler groß ist: Ein NICHT-alkoholisches Getränk wärmt. Wer Alkohol trinkt, dem wird vielleicht die erste Zeit warm sein, daraufhin kühlt der Körper allerdings extrem aus.
  • Eisbohrer: Mit einem handbetriebenem Eisbohrer wird die Angelstelle vorbereitet. Eine Kettensäge ist auch möglich, allerdings aufgrund des Gewichts und der Handhabung, die beherrscht werden muss, aus meiner Sicht nicht empfehlenswert.
  • Angelrute (Zocker, Zitterrute oder Zitterangel genannt): Ohne die richtige Angelrute geht es nicht. Eine spezielle Rute zum Eisangeln (Handangel mit Achsrolle) ist von Vorteil.
  • Angelköder: Damit der Fisch am Ende auch den Haken verschlingt, ist ein guter Köder gerade bei winterlichen Temperaturen wichtig.
Eingefrorene Angelschnur

Eingefrorene Angelschnur

Eine kurze Handangel ist beim Angeln im Eisloch vorteilhaft. Man ist direkt beim Fisch. Wichtig ist die Auswahl der passenden Angelschnur. Geflochtene Schnur fällt flach. Bei Minusgraden saugt die Schnur Wasser auf und gefriert. Sie wird dann nicht nur steif, sondern bricht auch bei Verbiegungen leicht. Die Schnurstärke hängt davon ab, ob kleine Weißfische oder Barsch und Hecht gefangen werden sollen. Bei Rotaugen und co. ist eine dünne unauffällige Schnur wichtig. Bei Hecht und Barsch sind stärkere Schnürre erforderlich, um die Fische aus dem Eisloch zu ziehen.

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4. Eisloch bohren mit dem Eisbohrer

Um die Angelstelle vorzubereiten, muss der Angler zum Wasser durchdringen. Hierfür bieten sich Eisbohrer an. Die wenigsten werden einen elektrischen Eisbohrer besitzen. Viele Angler nutzen einen Eisbohrer, der mit Muskelkraft betrieben wird. Auf den Einsatz von Axt oder Pickel sollte aufgrund erhöhter Unfallgefahr verzichtet werden. Von Lochdurchmesser her reichen meist 20 cm völlig aus – je nachdem wie groß der Zielfisch ist.

Eisbohrer beim Eisangeln

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5. Köder zum Eisangeln

Made zum Eisangeln

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Welcher Köder eingesetzt wird, hängt von den Zielfischen ab. Für Friedfische sind zwei bis drei Maden an einem dünnen Haken ganz gut. Mais ist ebenfalls möglich. Wenn es auf Hecht gehen soll, ist ein Fischfetzen am System ideal. Auch kleine Köderfische sind gut. Diese dürfen wirklich nicht zu groß sein. Auch möglich sind Pilker, Blinker oder Twister, die senkrecht angeboten werden. Es ist nicht leicht die trägen Fische im Winter an den Haken zu bekommen. Barsche oder der eine oder andere Hecht lassen sich dennoch fangen. Wie auch in anderen Jahreszeiten sollte der Angler verschiedene Köder durchprobieren.

Zur Angelmontage/Angelmethode beim Eisangeln ist zu sagen, dass sich die Posenmontage eher weniger anbietet. Ein großer Nachteil ist nämlich, dass das Eisloch schnell wieder zufriert. Abhilfe schafft gelegentliches Umrühren im Loch. Wenn Hechte zu erwarten sind, sollte eine Montage zum Spinnfischen mit Stahlvorfach gewählt werden.

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Ich wünsche allen viel Spaß beim Eisangeln. Auch wenn es manchmal ars*hkalt ist, ist ein Fisch aus einem zugefrorenem Gewässer etwas ganz besonderes. Wenn auch du Tipps zum Eisangeln hast, dann hinterlasse doch deinen Kommentar.

[Bildquellen: Vielen Dank an den Flickr-User m.prinke für die klasse Fotos vom Eisangeln.]



PetriAngler Hier schreibt Konstantin (der PetriAngler) aus Lehrte bei Hannover. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ oder Twitter. Meine Angelausrüstung und Köder kaufe ich unter anderem bei diesem bekannten Shop. Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann teile sie doch einfach auf Facebook oder Twitter. :-)

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Gerd Februar 22, 2012 um 13:47

Ich gehe zwar auch gerne im Winter angeln, jedoch hab ich Eisangeln noch nicht ausprobiert! Durch deinen Artikel habe ich jetzt aber richtige Lust darauf bekommen ;) Ist sicherlich mal eine schöne Erfahrung!

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