Norwegen Fische: Dorsch, Köhler, Pollack, Lumb, Leng, Rotbarsch und Schellfisch (Teil 1)

von PetriAngler am 30. April 2013 · 1 Kommentar

in Angelurlaub

Dorsche gefangen

Norwegen-Fische: Dorsche

Freitag geht es los. Wir fahren nach Norwegen. 7 Tage angeln an der Insel Hitra. Meine Angelausrüstung habe ich bereits zusammengestellt (meine Bootsrute habe ich bereits vorgestellt). Doch welche Fische kann man in Norwegen beim Meeresangeln überhaupt fangen? Vermutet werden 230 verschiedene Fischarten. Ich möchte euch die beim Angeln am meisten auftretenden Meeresfische vorstellen.

Inhalt:

1. Dorsch

Dorsche gefangen

Dorsche

Auf Dorsche war ich an der Ostsee schon öfter mit dem Kutter oder Kleinboot unterwegs (siehe z.B. mein Beitrag „Dorschangeln an der Ostsee mit Pilker und Dorsch-System„). In Norwegen dürfte es aber deutlich größere Exemplare geben. Der norwegische Rekord liegt bei stolzen 40,5 kg! Dorsche lassen sich zwar das ganze Jahr über fangen. Die besten Monate sind aber März bis Mai – genau im Mai haben wir unseren Norwegenurlaub gebucht. Im Sommer werden Dorsche oft beim Köhlerangeln gefangen. Warum? Weil Dorsche den Köhlerschwärmen folgen. Gefangen werden Dorsche oft am Beifänger statt am unteren Haupthaken/Pilker.

Dorsch Angel-Tipps:

  • Pilkrute mit 80-120 g
  • Leichte Pilkmontage in 15 bis 50 m Tiefe
  • Fjordsystem 5/0 bis 7/0
  • Paternostersystem mit Haken 3/0-6/0, Vorfach mit 0,60 bis 1,00 mm
  • Pilker mit 50 bis 100 Gramm Gewicht
  • Mindestmaß: 45 cm

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2. Köhler bzw. Seelachs

Seelachs/Köhler unter Wasser

Seelachs/Köhler unter Wasser

Köhler kommen in Norwegen beim Angeln wahrscheinlich am häufigsten vor. Gerade im Sommer ziehen große Schwärme der Fische durch die norwegischen Fjorde. Sie haben meist ein Gewicht zwischen 1 und 3 Pfund. Große Köhler fängt man am besten im Spätsommer. Sie wiegen 5 bis 20 kg und kommen nah an die Küste. Bei 22,55 kg liegt der norwegische Rekord. Oft beißen gleich mehrere Köhler und sie liefern einen ordentlichen Drill. Seelachse schießen bei der Flucht direkt nach unten. Das kann schon mal 50 bis 60 Sekunden dauern. Eure Bremse muss entsprechend gut eingestellt sein.

Angel-Tipps auf Köhler:

  • Beste Fangtiefe sind 60 bis 120 m
  • Geangelt wird vom Grund bis 20-30m darüber
  • Pilker mit 3 Gummioktopusse (vorgeschalten)
  • fallende Pilker verwenden (sind besser als aufsteigende)
  • Köhler greifen schnelle Pilker

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3. Pollack

3 Pollacks und eine Makrele

3 Pollacks und eine Makrele

Pollacks zu fangen ist wegen der großen Hängergefahr nicht einfach. Sie halten sich gerne an steilen Felsabhängen auf. Daher sollte hier am Pilker nur ein Einzelhaken verwendet werden. Alternativ können den Haken komplett abnehmen oder den Pilker gegen ein Sargblei austauschen. Pollacks gehen auch gut auf Naturköder wie Herings- oder Makrelenfetzen. Der norwegische Rekord liegt bei 13,7 kg. Im Winter sind Pollacks eher in der Tiefe. Im Sommer ziehen sie zur Küste, um Krebse, Hering, Krabben, Spierling und Sprotten zu fressen.

Angel-Tipps auf Pollack:

  • Fjordsystem 5/0
  • Pollacks lassen sich im Mittelwasser beim Köhlerangeln gut fangen
  • 50 bis 100 m Tiefe
  • Naturköderfetzen: Makrele oder Hering verwenden
  • Biss kommen oft beim Pilken in den Stoppphasen
  • beim Schleppen mit mittelgroßen Wobblern werden sie auch an Steilwänden gefangen

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4. Lumb

Lumb an der Küste Norwegens

Lumb an der Küste Norwegens

Den hervorragend schmeckenden Lumb kann man das ganze Jahr über fangen. Bei 16,05 kg liegt der norwegische Rekord. Als Köder kommen fast nur Naturköder in Frage: Hering, Makrele, Seelachs und Rotbarsch sind Top-Köder auf Lumb. In tiefen Wasserregionen ist der Fisch unterwegs. Erkennen könnt ihr ihn an einer langen Rückenflosse und der etwas kürzeren Arschflosse. Außerdem hat der Lumb eine lange Bartel. Beim Biss macht sich der Lumb mit dumpfen Schlägen an der Rute bemerkbar. Sobald er vom Grund weg ist, lässt die Flucht nach.

Angel-Tipps auf Lumb:

  • Montage: Anti-Tangle 8/0
  • Naturköderfetzen wie Makrele oder Hering
  • Tiefen ab 100 m
  • ein Wirbel am Vorfach ist Pflicht (Fisch dreht sich oft um die eigene Achse)!

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5. Leng

Geangelt wird auf den Leng ähnlich wie auf dem Lumb. Hauptsächlich befindet sich der Fisch in einer Tiefe von 40 bis 80 Metern. Für größere Exemplare muss in Tiefen von 140 bis 180 Metern gefischt werden. Der norwegische Rekord liegt bei 37,2 kg. Wer gezielt auf Leng angeln, wird sicher auch Fleckhaie oder schwarze Dornhaie fangen. Sie attackieren die Top-Köder (Herings- und Makrelenfilets) sehr aggressiv. Der Leng lauert zwischen Felsen auf seine Beute. Vom Drill her ist der Leng sicher nicht der spektakulärste Fisch – bei einem kapitalen Fisch hat man aber doch ordentlich zu tun.

Vorsicht: Beim Filetieren vom Fisch auf die Zähne aufpassen. Sie sind sehr scharf.

Angel-Tipps auf Leng:

  • Montage: Anti-Tangle 8/0
  • Makrelen- oder Heringsfetzen

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6. Rotbarsch

Vom Rotbarsch gibt es zwei Arten. Kleine Rotbarsche mit einer Handlänge befinden sich in 30 bis 100 Metern Tiefe. Er frisst fast alles was er als Köder bekommt. Einheimische bezeichnen aber die zweite Rotbarschart als hervorragenden Speisefisch. In 120 bis 160 Metern Tiefe stehen die großen Fische mit einem Gewicht von 1 bis 3 kg. Meist sind sie am Grund auf engem Raum oder 30 Meter darüber. Wer die richtige Größe findet, hat oft 2 bis 3 Rotbarsche an der Angelrute.

Angel-Tipps auf Leng:

  • Montage: Fjordystem 3/0
  • Oktopuspaternoster mit kleinen Heringsfetzen garniert
  • Rotbaschvorfächer sind sehr lang (4 Meter)
  • Rotbarsch-Tiefe finden: 500 g Pilker auf Grund absinken lassen und dann alle 30 Sekunden um 5 Meter anheben

Vorsicht: Stachel der Kimendornen oder Rückenflosse enthalten Giftstoffe. Falls ihr damit gestochen werdet, wird das sehr schmerzhaft (nicht tödlich). Gegengift liefert der Rotbarsch gleich mit: Es befindet sich in seinem Auge. Durchstecht das Auge und tut die austretende Flüssigkeit auf eure Wunde.

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7. Schellfisch

In den Gewässern um Hitra kommt der Schellfisch sehr oft vor. Fangen kannst du den Fisch beim leichten Grundangeln oder Pilken. Der Drill ist heftig – sogar bei mittleren Exemplaren. Häufig kommt der Fisch im Frühjahr und Herbst vor. Du triffst ihn in Tiefen von 40 bis 80 Metern an. Norweger nennen den Schleffisch übrigens „Hyse“. Der Rekord liegt bei 6,04 kg. Gute Exemplare wiegen über 5 kg.

Angel-Tipps auf Schellfisch:

  • Montage: Fjordystem 1/0 und Anti-Tangle 2/0
  • Haken nicht zu groß wählen: 1/0 bis 3/0. Das Maul der Schellfische ist nicht groß. Wenn es an der Rute also ruckt und zuckt, ohne dass ein Fisch hängen bleibt, ist die Chance groß, dass Schellfische den Köder attackieren.
  • Top-Köder: Makrele, Hering und Shrimps

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Das war der erste Teil der typischen Fische in Norwegen. Im nächsten Teil stelle ich euch weitere in an Norwegens Küste häufig vorkommende Fischarten vor.

Bildquellen:

  • Seelachs: Flickr.com / Vladislav Bezrukov
  • 3 Pollacks und 1 Makrele: Flickr.com / Wapster, User Podnox
  • Lumb: Flickr.com / Tregde Feriesenter


PetriAngler Hier schreibt Konstantin (der PetriAngler) aus Lehrte bei Hannover. Du findest mich auch auf Facebook, Google+ oder Twitter. Meine Angelausrüstung und Köder kaufe ich unter anderem bei diesem bekannten Shop. Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann teile sie doch einfach auf Facebook oder Twitter. :-)

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Toralf April 20, 2015 um 11:32

Hi,

dein Bild von dem Lumb ist aber ein Leng.

Weiterhin maximales Petri

Gruß Toralf

Antworten

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