Hechtangeln

von PetriAngler · 7 comments

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Hechtangeln

Bild: Flickr.com / Sebastiaan Lubbers - Esox

Hechtangeln – auf dieser Übersichtsseite erfährst du alles zum Raubfisch Hecht. Was macht einen Hecht aus? Wo lässt sich der Hecht gut fangen? Welche Hechtköder gibt es? Wo halten sich Hechte auf? Können die Raubfische auch im Winter gefangen werden und wie bereitet man einen Hecht lecker zu?

Diese und weitere Fragen sollen hier beantwortet werden. Der Hecht ist bei Anglern sehr beliebt, da der Raubfisch ein starker, aggressiver Raubfisch ist.

Inhalt:

1. Fischart: Hecht

Unverwechselbar ist der größtenteils im Süßwasser lebende Hecht (wissenschaftlich Esox) aufgrund seines Körperbaus (spingelförmig). Afterflosse und Rückenflosse sitzen beim Hecht weit hinten bei der Schwanzflosse. Daher kann der Hecht im Wasser blitzschnell zuschlagen nachdem er seiner Beute versteckt aufgelauert hat. Der gefräßige Raubfisch hat ein typisch entenschnabeliges Maul mit ca. 700 Zähnen, die nach hinten gebogen sind. Damit kann der Raubfisch seine Beute packen, die dann kaum Chancen zum Entkommen hat.

Fakten zum Hecht:

  • 40 bis 50 Flossenstrahlen
  • Flossen ohne Hartstrahlen (vergleiche mit Barsch)
  • kleine Rundschuppen
  • 43 bis 67 Wirbel (je nach Alter)
  • Beschleunigung in 1 Sek.: 40 km/h
  • Länge: 40 Zentimeter 1,80 Meter (je nach Art), Durchschnittlich 50 bis 100 cm, Mindestmaß sind oft 45-55cm
  • 110 bis 130 kleine Schuppen

Pro Jahr legt der Hecht etwa 1 kg zu. Ab dem 2. Jahr ist er geschlechtsreif. Vom Alter her erreicht ein Hecht, wenn er vorher nicht geangelt oder gefressen wird, bis zu 15 Jahre.

2. Hechtköder

Wobbler

Wobbler - Hecht Köder

Hechte fressen die verschiedensten Fischarten (eigene Art eingeschlossen), Vögel, Frösche und kleine Säugetiere (z.B Wasserratten). Das Angeln auf Hechte kann entweder mit einem Kunstköder (z.B. Wobbler, Spinner, Blinker oder Gummifisch) oder aber mit einem toten Köderfisch (z.B. Rotaugen, Rotfedern, Makrelen oder kleine Hechte) erfolgen.

Optimale Farbe für einen Hecht-Kunstköder: Die Farbe sollte dem Gewässer angepasst werden. Ist das Wasser sehr trübe, können hell leuchtenden Farben positiv vom Hecht angenommen werden. Ist das Wasser klar, können auch dunklere bzw. fischartige Farben für positive Fangergebnisse sorgen. Von Vorteil sind meist silberfarbene Kunstköder mit roten oder/und schwarzen Streifen/Punkten. Befindet sich am Drilling eines Spinners ein rotes Büschel, kann dies ebenfalls von Vorteil sein.

Optimale Größe für einen Hecht-Kunstköder: Die Größe des Hecht-Künstköders hängt maßgeblich von den Temperaturen bzw. der Jahreszeit ab. Im Frühling sollte eher zu kleinen Ködern gegriffen werden (8cm bis 10cm sind hier okay). Im Sommer können die Köder größer werden. Im Herbst und Winter sind große Gummifische, Wobbler oder Spinner angesagt – Hechte wollen sich mit wenigen Happen vollfressen. Kleine Köder (unter 15cm) sollte man besonders im Winter meiden, da die Heche eher träge sind und die Mahlzeiten entsprechend groß ausfallen (müssen).

Köderfisch als Top Naturköder

Köderfisch als Hechtköder

Hechtangeln mit totem Köderfisch: Besonders die großen Hechtexemplare sind gegenüber Kunstködern sehr misstrauisch. Der beste Hechtköder überhaupt ist ein Köderfisch. In Deutschland sind lebende Köderfische nicht erlaubt. Daher muss der tote Köderfisch für den Hecht attraktiv angeboten werden. Entsprechende Köderfisch-Montagen/Köderfisch-Systeme werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Von den Fischarten her eignen sich Rotaugen und kleine Barsche als Köderfisch. Erste sind gut zu hältern und auch für die Posenmontage ideal. Letztere sind bei Hechten ebenfalls sehr beliebt. Im Grunde frisst der Hecht aber alle im Gewässer vorkommenden Fische (junge Hechte eingeschlossen).

3. Hecht Hotspots

Hechte sind im Frühjahr oft im Flachwasser anzutreffen. Hier kann das Wasser nur 50 cm tief sein und dennoch sind Hechte gerne an diesen Stellen, um sich vom Laichen zu erholen. Es hilft auch ungemein das Gewässer zu beobachten. Da wo Weißfischschwärme sind, ist der nächste Hecht auch nicht weit. Da der Hecht gerne in Verstecken seiner Beute auflauert, sollte der Pflanzenwuchs unter die Lupe genommen werden, da Hechte diesen gerne nutzen, um sich zu verstecken. Im Sommer verziehen sich (besonders die großen) Hechte auch gerne ins Freiwasser und lauern Fischwärmen auf. Im Winter ziehen sich Hechte ins tiefere Wasser zurück in dem die Temperatur am Wärmsten ist.

An folgenden Hotspots ist der Hecht oft zu finden:

  • Seerosen
  • versunkene Bäume
  • unter Stegen und Booten
  • Krautbänke
  • vor Schilfgürteln
  • Flachwasser (10 bis 15 m vom Ufer entfernt)

4. Hecht Angelmethoden

Spinnfischen Montage

Montage zum Spinnfischen auf Hecht

Beim Hechtangeln gibt es im Prinzip 2 unterschiedliche Angelmethoden auf Hecht:

  1. Grund- bzw. Posenangeln mit Köderfisch (toter Köderfisch)
  2. Spinnfischen mit Kunstködern (Shads/Gummifische, Blinker, Spinner, Wobbler)

Wobei das Spinnfischen mit Kunstködern auf Hecht eher das aktive Fischen ist bei dem ein Gewässer abgesucht wird. Beim Grund- bzw. Posenangeln auf Hecht, wir der tote Köderfisch an einem Hecht Hotspot ausgelegt und darauf gehofft, dass die Lockwirkung einsetzt und der Geruchssinn des Hechts den Fisch zum Zuschlagen animiert.

5. Wetter und Jahreszeiten zum Hechtangeln

Die Laichzeit vom Hecht ist zwischen März und April, kann aber auch erst im Mai stattfinden. In Angelvereinen ist daher die Schonzeit für Hechte z.B. vom 01. Januar bis 30. April. Als Faustregel zu den Temperaturen ist zu sagen, dass je kälter das Wasser ist, desto später geht der Hecht auf Nahrungssuche. Im Frühling ist der Hecht auch meist eher tief anzutreffen. Von Mai bis Juni frisst der Hecht die Hälfte seiner Jahresmenge. Ob Regen oder Sonne ist recht variabel. Hier haben die unterschiedlichsten Angler an den jeweiligen Gewässern andere Erfahrungen gemacht. Hier heißt es probieren, probieren, probieren – denn oft kommen die dicken Hechte bei unerwartetem Wetter. Wetterumschwünge sind allerdings, ähnlich wie beim Karpfenangeln, häufig nicht von Vorteil.

6. Hecht Zubereitung

Die Hecht Zubereitung kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. So kann der Raubfisch gebraten, gegrillt, gekocht, geröstet, gedünstet, pochiert oder gebacken werden. Markant sind dabei seine harten Schuppen, die mit einem Messer gegen den Strich getrennt werden sollten. Dabei ist das Hechtfleisch eher mager und ein wenig trocken.

PetriAngler Hier schreibt Konstantin (der PetriAngler) aus Lehrte bei Hannover. Du findest mich auch auf Facebook oder Twitter. Meine Angelausrüstung und Köder kaufe ich unter anderem bei diesem bekannten Shop. Wenn dir meine Beiträge gefallen, dann teile sie doch einfach auf Facebook oder Twitter. :-)

{ 7 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

Tino Hesse Mai 24, 2012 um 16:32

Hi. ich hab mal ne frage…beim hechtangeln bin ich noch neuling und da wollt ich fragen ob ich auch mit fischfetzen erfolg haben kann?
Lg

Antworten

PetriAngler Mai 25, 2012 um 06:34

Hallo Tino,

das klappt mit Fischfetzen ebenfalls (Ich hatte bislang keinen Erfolg). Du kannst auch versuchen mit Fischfetzen etwas anzufüttern – das was bei Weißfisch klappt, geht auch bei Meister Esox. Beachte aber, dass Hechte auf Bewegungen von Fischen reagieren. Solche Reize kann ein Fischfetzen schlecht bieten. Einfach mal probieren.

Viele Grüße,
Konstantin

Antworten

Jan Schmidt Juli 15, 2012 um 11:05

Hallo,
ich habe am 30.April ein Hecht auf Tauwurm gefangen. Meine frage: Hatte ich nur Glück oder beißen Hechte öftermal auf Tauwurm.
lg

Antworten

PetriAngler Juli 15, 2012 um 12:01

Hallo Jan,

es kann schon mal passieren, dass ein Hecht auf Tauwurm beißt. Meist beim Einkurbeln. Als Köder ist der Wurm aber eher ungeeignet. Viele Grüße

Antworten

chandler September 9, 2012 um 10:38

Hallo, Gratulation vorerst mal zur Seite – wirklich sehr informativ. Ich angel auf hecht zumeist mit einem toten köfi (Posse). Ich hab mich schon oft gefragt, ob es nicht auch klappen würde, statt dem toten köfi einen gummifisch anzubieten. Jemand damit Erfahrung bzw schon probiert? Lg

Antworten

fischkopi September 16, 2012 um 18:51

Habe heute mit ein 10 cm großen neongelben twister einen 55 hecht gefangen. Er durfte aber wieder weiter schwimmen…

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Dennis November 10, 2012 um 06:13

Hi

mal einen kleinen Tipp an die Neulinge. Versucht es mal mit einer leichten Drop-Shot-Montage im flachen Gewässer. Damit habe ich meist einen guten Erfolg.

Noch einen Tipp: sucht mal nach einem Anfang eines Kanals der schlagartig tief abgeht und dann in einen flachen Bach übergeht. Denn in den tiefen Kuhlen könnt ihr manchmal eine ganze Sammlung von Hechten, Barschen und Zandern finden, da es an den Tiefen stellen etwas wärmer als im flachen Gewässer ist.

Dann noch ein thema wo man sich darüber streiten kann, welche Größe ein Köder im Winter haben soll. Manche sagen kleine Köder, denn der Raubfisch braucht nicht so viel Energie bei der Jagd. Andere sagen einen großen köder, da der Raubfisch länger von einem Köderfisch etwas hat. Ich kann da nur sagen, ich fische viel mit sehr kleinen Drop-Shots und fange damit bei dieser Jahreszeit gut, ABER ich benutze auch große Wobbler und Gummifische und habe genau so Erfolg. Ich würde sagen einfach mal ausprobieren. mfg dennis

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